Alexander Frerichmann (1884-1979)

A. Frerichmann mit Madonna 1954

Als eines der wenigen erhaltenen historischen Schmuckstücke fällt das Haus Frerichmann Einheimischen und Auswärtigen gleichermaßen ins Auge. Was vielen (Neu-)Sendenern nicht bekannt ist: Es handelt sich um das Geburtshaus des seinerzeit weit über die Region hinaus bekannten Bildhauers Alexander Frerichmann. Sein Geburtstag jährte sich am 17. August 2012 zum 125. Mal.

Mit Blick auf dieses Datum und die mögliche Umwandlung von Haus Palz in ein Heimat- und Bürgerhaus (WN berichteten) erinnert Gerda Kopshoff an das Vermächtnis von Alexander Frerichmann. Die Sendenerin hat jahrelang in mühsamer Kleinarbeit den Nachlass des Bildhauers gesichtet und noch erhaltene Werke aufgespürt: Bildstöcke, Pietas, Grabdenkmäler und Ehrenmäler in Münster, Marl, Senden und vielen anderen Orten. Sämtliche Werke hat Gerda Kopshoff in einem Fotobuch dokumentiert und zudem eine Kurzbiografie des Künstlers verfasst.Auf dem Laurentius-Friedhof in Senden beispielsweise befinden sich zahlreiche Grabdenkmäler, die Alexander Frerichmann als Auftragsarbeiten angefertigt hat, daneben auch das von ihm gestaltete Grabdenkmal für seine im Alter von vier Jahren verstorbene Schwester Maria. Auf dem Laurentius-Friedhof haben auch Alexander Frerichmann und seine Frau Josefa ihre letzte Ruhestätte gefunden. Lebendiges kreatives Treiben herrscht heute noch im Haus Frerichmann. Denn im Anbau hat die Sendener Künstlerin Gisela Holtermann schon seit Jahren ihr „Atelier am Brunnen“ eingerichtet.

Falls in Senden tatsächlich ein Heimathaus entsteht, wünscht sich der Heimatverein, dass dort in einem angemessenen Rahmen auch an die beiden „bedeutenden Sendener Bildhauer“ Wilhelm Haverkamp und Alexander Frerichmann erinnert wird. Denn es sei „verblüffend“, dass um 1900 gleich zwei Sendener nach Berlin gingen, um sich der Bildhauerei zu widmen.

„Es ist unser aller Verpflichtung, die Erinnerung an Menschen, die viel für unsere Heimat getan haben, wach zu halten und an kommende Generationen weiterzugeben“, sagt die Sendenerin. „Ein Heimathaus mit Ausstellungsräumen ist nicht nur eine Würdigung des großen Schaffens dieser Bildhauer, es ist auch ein Zeichen der Ehrschätzung der Gemeinde Senden für ihre Heimatsöhne. Allein über 50 zumeist sakrale Kunstwerke aus der Hand der beiden Bildhauer finden sich heute noch in Senden.“ Nachfolgend ein

kurzer Lebenslauf:

Alexander Frerichmann wird am 17. August 1887 in Senden geboren.

1907 bis 1914 besucht er die Königlich-akademische Hochschule für bildende Künste in Berlin-Charlottenburg.

Nach erfolgreichem Studium wird ihm 1914 ein Stipendium an der Kunstakademie in Rom gewährt.

Ab 1914 Meisteratelier an der Königlich-akademischen Hochschule für Bildende Künste in Berlin.

Ab 1918 arbeitet Alexander Frerichmann als freischaffender Künstler in Münster.

1922 Ausstellung der „Frerichmannschen Pietà“, Landesmuseum Münster.

1925 Studienreise nach Italien.

1944 Übersiedlung ins Elternhaus nach Senden, intensives künstlerisches Schaffen.

Alexander Frerichmann stirbt am 27. Dezember 1960 in Senden.

 

letzte Änderung:

21.07.2017

 

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