Grete Schött (1908-1995)

Realschulleiterin von 1946-73

Margarete (Grete) Schött wurde am 5 Mai 1908 in Wuppertal-Elberfeld geboren. Nach dem Abitur im Jahre 1928 nahm sie das Studium der Theologie, Germanistik und Romanistik in Münster auf. 1934 bestand sie das Examen als Mittelschullehrerin und bekam erst nach drei Jahren zum 1. Dezember 1937 eine befristete Anstellung als Lehrerin an der Volksschule in Senden. Hier vertrat sie eine vakante Lehrerstelle und war somit ihrem Ziel, eine feste Anstellung zu bekommen, einen großen Schritt näher gekommen. Nachdem sie die Prüfungen zur endgültigen Anstellung erfolgreich abgelegt hatte, erhielt sie am 1. März 1939 die Urkunde über die Ernennung zur einstweiligen Volksschullehrerin der Gemeinde Senden. Im April 1941 legte sie die zweite Staatsprüfung mit Auszeichnung ab. Erst 1943 erhielt sie dann -trotz der Kriegszeiten- die endgültige Anstellung als Lehrerin der Gemeinde Senden. Die durch Privatinitiative 1881 gegründete Rektoratsschule, die per Regierungserlass zu Ostern 1939 aufgelöst wurde, war für Grete Schött Ansporn genug, in der äußerst schwierigen Zeit bereits 1945 eine Neugründung der Mittelschule zu initiieren. Diese Initiative wurde von der Bevölkerung auch finanziell unterstützt und so konnten bereits am 8. Mai 1946 32 Schüler unter der Egide von Grete Schött den Unterricht aufnehmen. Die vom Mittelschulverein getragene Schule war zu Beginn im Schulgebäude am Kirchplatz, dem "Schafstall" untergebracht. Wie sehr Grete Schött das Gedeihen der Mittelschule am Herzen lag, wird dadurch deutlich, dass sie auf ihr festes Einkommen als Volksschullehrerin verzichtete um sich ganz der neuen Aufgabe zu widmen. Da sich die Schule nicht zuletzt auch durch die zahlreichen Flüchtlingskinder Anerkennung erwarb, übernimmt die Gemeinde Senden die Trägerschaft der Schule am 1. April 1950. Zwei Monate später erhielt Grete Schött die Ernennungsurkunde als erste Mittelschuldirektorin, die seit dem 10. Februar 1959 als "Realschule Senden" und seit 1987 "Geschwister-Scholl-Realschule Senden" firmiert. 

Doch Grete Schött ist nicht nur eine engagierte Realschuldirektorin, sondern sie widmet sich auch der Weiterentwicklung der Realschulpädagogik und der Festigung der jungen Demokratie. Sie ist Fachleiterin für katholische Religion am Bezirksseminar in Münster und arbeite bei der Neufassung der Richtlinien für kath. Religion 1964-66 mit.

Auch ihr gesellschaftspolitisches Engagement ist beachtlich. Bereits nach Ende des Krieges 1945 ist sie als Dolmetscherin zwischen den Besatzungsmächten und den deutschen Verwaltungsstellen tätig. Ihr fruchtvolles Wirken wird dadurch noch höheres Ansehen verliehen, als sie als erste Frau am 17. Oktober als Ratsmitglied in den Gemeinderat gewählt wird. In der Wahlperiode bis 1952 leiste sie in der Schul- und Bildungspolitik hervorragende Arbeit. Danach widmet sie sich wieder voll und ganz der Schule. Als katholische Pädagogin liegt es nahe, dass sie in den Mitwirkungsorganen der Kirche vertreten ist und sich mit dem Pastor hitzige Diskussionen liefert. Ihr Engagement in Bildung, Politik und Kirche wurde 1969 mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. Zum Ende des Schuljahres 1972/73 am 1. Juli tritt sie nach 35 Jahren intensiver Arbeit in Pädagogik, Erziehung, Ausbildung und Politik in den Ruhestand.

Die Gemeinde ehrte Grete Schött 2000, indem sie ihr eine Ringstraße im erweiterten Ortskern widmete.

 

letzte Änderung:

21.07.2017

 

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